
Unter dieser Überschrift erschien am 8. Dezember ein Artikel in der Bietigheimer Zeitung, der sich auf meine Ablehnung einer Notebook-Spende für einen Kindergarten bezog.
Dieser Artikel hat sehr große Resonanz gefunden, unterstützend und zustimmend wurde ich darauf angesprochen.
Allerdings muss ich berichtigen, dass in meinem Redebeitrag, mit dem ich meine Ablehnung begründet habe, nicht Professor Dr. Christian Pfeiffer zitiert wurde, sondern der Hirnforscher Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie in Ulm und Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik, der sich klar gegen einen PC-Einsatz im frühen Kindesalter ausspricht.
Es gibt Gegner und Befürworter des PC-Einsatzes im Kindergarten. Ich selbst zähle zu den Gegnern und will das Thema aus meiner Sichtweise beleuchten. Im Kindergarten sollen die Kinder an Realerfahrungen lernen und sich nicht aus der Konserve bedienen lassen. Kinder lernen schreiben und malen mit dem Stift in der Hand, sie erkennen Zusammenhänge anhand von Brett- oder Rollenspielen, nicht durch ein Malprogramm, dem Eintippen von Buchstaben auf einer Tastatur oder durch ein Spieleprogramm auf dem PC. Diese Realerfahrungen sind durch nichts zu ersetzen, weil sie gleichzeitig die Feinmotorik, die dreidimensionale Raumsicht und das Sprachvermögen schulen. Darüber hinaus bekommen Kinder durch diese Realerfahrung Sozialkompetenz, weil sie lernen mit den Gefühlen anderer umzugehen und sich anzupassen. Grundschullehrer und Lehrer weiterführender Schulen beklagen einen großen Mangel dieser Kompetenzen.
Es wäre vermessen, die Wirklichkeit auszublenden, denn Kinder gehen im häuslichen Bereich mit einem PC, einer Spielkonsole, vor allem aber mit dem Fernsehgerät um. Folgen sind ein eklatanter Bewegungsmangel, es entstehen Unruhe und Anspannung durch die schnelle Abfolge der bewegten Bilder. Medienkompetenz ist notwendig, aber nicht durch einen PC im Kindergarten, mit dem vermeintlichen Ziel, durch einen frühen Einsatz „digital geschulte“ Kinder zu bekommen. Medienkompetenz spielt eine große Rolle im häuslichen Bereich, deshalb gilt es, Erzieherinnen darin zu schulen, damit sie in Elternabenden gezielt auf Fragen der Eltern eingehen können und diese im Umgang mit den Medien beraten können. Oft sind Eltern damit überfordert und lassen ihre Kinder einfach gewähren.