Stellungnahme zum Bebauungsplan „Buch-West II – 1.Änderung“, Planbereich 3.25 (Satzungsbeschluss)
Teil 2…
Stellungnahme zum Bebauungsplan Buch-West II
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem Frau Theurer auf die politischen Umstände der heutigen Entscheidung eingegangen ist, möchte ich ergänzend die Haltung der GAL aus fachlicher Sicht begründen.
Eine Unterschriftensammlung mit der Forderung, lieber Flächen innerhalb der Siedlungsgrenzen als neue Freiflächen am Rande zu bebauen, würde in dieser abstrakten Formulierung wohl auch heute hier auf breite Zustimmung stoßen.
Jedoch bei der konkreten Umsetzung dieser Forderung ist die Einigkeit nicht mehr gegeben. Hier gibt es nun Aussagen verschiedener Art, von „Gar nicht bebauen“ bis „Bebauen ja, aber nicht so arg“ bis zum Vorschlag der heute zu Abstimmung steht und den ich mit dem Motto: „Bebauen in verträglichem Maß“ versehen würde.
Was allerdings nie zur Debatte stand, war ein „Ausmosten auf Teufel komm raus“, wie manchmal der Eindruck erweckt wird.
Berücksichtigung der Bürgerbelange
Ich möchte hier nicht die Ausführungen der Fachleute wiederholen, die auch beim Bürgergespräch den Bebauungsplan erläutert haben. Aber es wurde dort für uns plausibel dargestellt, dass bei der Planung der Bebauung auf viele Aspekte Rücksicht genommen wurde – auch auf die der Anwohner und der Buchbewohner.
Nur ein paar der Punkte:
• Die Grundflächen der neuen Gebäude sind klein, um möglichst viel Freiflächen zu erhalten.
• Die Stellung der Gebäude ist so, dass der Grünzug „Weimarer Weg“ erhalten bleibt bzw. neu und besser gestaltet werden kann.
• Die Neubauten stehen auf der Nordseite der bestehenden Gebäude, um diese nicht zu beschatten.
• Die Gebäudehöhen orientieren sich an der vorhandenen Bebauung – im Vergleich zum Entwurfsbeschluss wurde hier nocheimnal angepasst und die oberen Geschosse reduziert.
Die Forderung, die immer wieder erhoben wurde, jetzt müssten die Belange der Bevölkerung noch berücksichtigt werden, ist – ich weiß, das wird bei den meisten der Zuhörer nicht auf Zustimmung stoßen – unserer Meinung nach schon im Wettbewerbs- und Beratungsverfahren erfolgt, das von Anfang an vom Gemeinderat aktiv mitgestaltet wurde.
Eines will ich hier einräumen: Wir können natürlich die direkten Anwohner an die Fläche verstehen, die hier sich gegen eine Bebauung stellen. Das ist verständlich. Natürlich wird die Bebauung das Gebiet verändern. Aber noch eimnal: wir halten diese Bebauung für dieses Gebiet und auch für die direkten Anwohner für verträglich.
Ich möchte noch auf ein paar Stichpunkte eingehen, die von den Gegnern der Bebauung immer wieder vorgetragen werden:
Überhöhte Verdichtung
Wir diskutieren hier im Gremium immer wieder über Bebauungsdichten in Wohnquartieren. Wir erreichen hier im Gebiet nicht einmal mehr die Vorgaben der Regionalplanung von 90 Einwohner pro Hektar. Von einer überhöhten Verdichtung zu reden ist deshalb absurd.
Es zeigt sich in letzter Zeit bei der Diskussion anderer Bauflächen im Stadtgebiet, dass die Bebauungsdichte des Gebiets Buch-West-II im Vergleich zu anderen Gebieten sehr gering ist – in einem Fall konkret um die Hälfte geringer.
Parkplatznot
Die Parkplatznot im Gebiet ist groß – wie in vielen anderen Bereichen des Stadtgebiets auch. Dagegen muss man etwas tun und es laufen ja auch schon Untersuchungen, wo noch zusätzliche Parkplatzflächen geschaffen werden können, unter anderem auch in der geplanten Tiefgarage.
Die notwendigen Parkplätze für die Neubebauung sind in der geplanten Tiefgarage vorhanden, durch die Neubebauung wird also kein weiterer Parkdruck im Bereich Frankfurter/Erfurter Straße geschaffen.
Eines möchten wir in diesem Zusammenhang betonen: Die Stadt wird für die Rahmenbedingungen sorgen, um neue Stellplätze erstellen zu können. Umsonst können diese neuen Parkplätze aber nicht sein, die Allgemeinheit kann nicht private Stellplätze finanzieren.
Lebensqualität im Buch
Grün ist wichtig in unserer Stadt und trägt zur Lebensqualität bei. Dies steht in keinem Widerspruch zur Zustimmung zu dieser Neubebauung.
Das Gebiet ist ja derzeit nicht die grüne Oase, wie sie in manchem Leserbrief dargestellt wird, und auch in vielen Bereichen nicht öffentlich zugänglich. Es erfüllt also auf keinen Fall die Funktion eines grünen Aufenthaltsraumes für die Bürgerinnen und Bürger im Buch.
Der Kindergarten, das Pfarrhaus mit Mesnerwohnung, das Gemeindezentrum der Pauluskirche und der Parkplatz am Gröninger Weg sind schon jetzt bebaute und versiegelte Flächen. Durch die Umgestaltung werden nur zusätzlich ca. 400 qm mehr in Anspruch genommen, angesichts der Größe der Fläche ein geringer Anteil.
Und mit Neuanlage des in die Jahre gekommenen Spielplatzes und der Platzgestaltung zur Kirche hin werden attraktivere Freizeiträume und Treffpunkte möglich, als die vorhandenen Freiflächen – meist Rasenflächen – darstellen.
Fazit
Wie Sie aus meinen und den Ausführungen von Frau Theurer entnehmen können, stimmt die Fraktion der Grün-Alternativen Liste diesem Bebauungsplan in der vorliegenden Form zu.
Albrecht Kurz, 15.3.2011
