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EHEC - und das ungelöste Rätsel

Die EHEC - Bakterien haben in den vergangenen Wochen die Menschen beschäftigt. Es war Thema Nummer eins. Stündlich wurde im Radio vor dem Verzehr von Blattsalaten, Gurken und Tomaten gewarnt…


Diese Warnung hat sich allen voran die Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) auf die Fahnen geschrieben. Als Übeltäter wurde schließlich- aber nur für kurze Zeit- eine spanische Gurke entlarvt. Die Gurke war zwischenzeitlich begnadigt, aber der Schaden, der entstanden ist, lässt sich kaum beziffern.
Die Auswirkungen dieser haltlosen Warnmeldungen habe ich an drei unterschiedlichen Beispielen erlebt. Mein Gemüsegärtner auf dem Bietigheimer Wochenmarkt musste in der ersten EHEC-Woche bei Marktschluss vier Kisten seines selbst angebauten Blattsalates mit nach Hause nehmen. Sonst ist sein Salat ausverkauft. Im Seniorenheim, in welches ich täglich komme, hing ein Infoblatt im Aufzug, dass auf Grund der EHEC-Warnungen auf Blattsalate, Gurken und Tomaten verzichtet wird. Die dritte Begebenheit ereignete sich in einer Gaststätte als eine Bekannte einen von der Speisekarte verbannten Salatteller bestellen wollte. Zunächst war die Bedienung sehr erstaunt, dann erklärte sie, dass der Salatteller nur aus gekochten Salaten bestehe, worauf meine Bekannte nachdrücklich äußerte, dass sie trotz allem Blattsalate esse. Schließlich kam der Salatteller mit einer winzigen Garnitur aus Blattsalaten, keine Gurke, keine Tomate! Schade!
Es gab zum Zeitpunkt der Warnmeldungen keinen einzigen Beweis, dass diese Gemüse Ursache der Infektionen waren, aber es werden Verbraucher verunsichert und Gemüsebauern bis an den Rand des Ruins getrieben. Wer verantwortet solche Meldungen? Wo bleibt der klare Verstand der Kunden? Hysterie bricht aus, völlig unnötig und grundlos. Entgegen jeglicher Vernunft werden diese Nahrungsmittel vom Speisezettel verbannt.
Nur wer weiß, was in Nahrungsmitteln drin ist, wie sie hergestellt und angebaut werden, kann qualitäts- und umweltbewusst einkaufen. Deshalb lohnt sich der Einkauf von Nahrungsmitteln aus der Region, der Jahreszeit entsprechend, mit  örtlichem Bezug und kurzen Wegen. Man kennt seinen Gemüsebetrieb, seinen Müller, Bäcker oder Metzger. Diese schaffen Transparenz, tragen für ihr Produkt Verantwortung, öffnen ihre Betriebe, leisten Aufklärung, geben wahrheitsgetreue Informationen und haben das Vertrauen der Kunden verdient.