Was passiert im Gemeinderat?
Die GAL macht sich stark für viele Themen. Innenstadtbelebung, Kinderbetreuung, Buslinienverkehr, Umwelt, Lärmverminderung, Radwegenetz rund um Bietigheim-Bissingen, Spielplätze, Landschaftspflege...
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Jetzt haben wir eine Chance verpasst!

Gemeinschaftsschule

„Gute Ausbildung für junge Leute aufzubauen ist ein Gebot der Stunde. Da soll man sich nicht viel Zeit lassen“, so Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann im Rahmen des EU-Gipfels.

In Bietigheim-Bissingen lässt man sich viel Zeit mit der Einrichtung von Gemeinschaftsschulen. Waldschule und die Schule im Sand wollen zum Schuljahr 2014/2015 beginnen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung geht von einem Einstieg zum Schuljahr 2015/2016 aus. Viel zu spät sagen die Schulen. GAL und SPD sehen dies auch so und haben einen Änderungsantrag gestellt. Dieser wurde nach kontroverser Diskussion mit den Stimmen von CDU, FWV und FDP abgelehnt. Tatsache ist, die Werkrealschulen sind ein Auslaufmodell. Sie haben mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. Es liegen jeweils gute pädagogische Konzepte und die Zustimmung aller Schulgremien vor. Einer kontinuierlichen Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule steht von Schulseite nichts im Weg. Der Beschluss jedoch behindert eine zügige Entwicklung. Dies kann dazu führen, dass die Waldschule im Schuljahr 2014/15 keine fünfte Klasse mehr hat. Als Argumente gegen die Antragstellung zum 1.10.2013, wie von den Schulen gewünscht und der Verwaltung auch so bekannt, wurden von den anderen Fraktionen Zweifel an der Konzeption der Gemeinschaftsschulen angeführt, auch ideologische Gründe und Vorbehalte gegenüber Neuem wurden genannt. Ein weiterer Grund für die Ablehnung des früheren Beginns war der fehlende Schulentwicklungsplan und die noch nicht bezifferbaren Kosten für den Ausbau der Gemeinschaftsschulen. Beide Rektoren haben aber erklärt, dass kurzfristig keine Baumaßnahmen notwendig sind. Meines Erachtens sind die Gegenargumente fragwürdig und der fehlende Schulentwicklungsplan ist vorgeschoben. Sowohl CDU als auch FWV haben andere Interessen: sie wollen eine Ballsporthalle! Dieser Wunsch könnte durch einen kostspieligen Ausbau der Gemeinschaftsschulen, kurz vor dem Ziel, gefährdet werden. Auch in Bietigheim-Bissingen ist, trotz einer üppigen Rücklage, nicht alles finanzierbar. Der Ausbau der Schulen gehört zu unseren Pflichtaufgaben, diese haben Priorität. Eine Ballsporthalle ist eine Freiwilligkeitsleistung!

Wir haben die Chance verpasst, Schülern und Eltern Sicherheit und Perspektive zu geben, eine Schulart mit Zukunft wählen zu können. Aber die Schüler können den Schulort wählen und abwandern. Um uns herum entstehen Gemeinschaftsschulen. Können wir uns das leisten, weil große Teile des Gemeinderats sich eine Ballsporthalle leisten wollen?