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Medienkompetenz

Medienkompetenz

Soziale Netzwerke - Geschenk oder Geißel

Vor den Schülern und Lehrern der Klasse WG 11-2 Berufliches Schulzentrum Bietigheim-Bissingen ziehe ich den Hut.

Nicht nur, dass sie sich solch ein Projekt (Handyfasten) auf die Fahnen schreiben. Sie wehren sich auch per Leserbrief  gegen die sehr oberflächliche Darstellung ihres Vorhaben. Man hat bei Bericht und Kommentar tatsächlich den Eindruck, dass hier Social-Network-Junkie’s ein sehr kritisches Thema verniedlichen.

Wenn wir heute von Handys sprechen, sind Smartphones gemeint. Also Zugang zu Internet, Facebook und Konsorten immer und überall. Wir müssen unterscheiden zwischen erwachsenen Nutzern - die hier ebenfalls erheblichen Sucht- und Missbrauchsgefahren unterliegen - und unseren Kindern und Jugendlichen, die vom Facebook- und Spiele-Virus infiziert sind und Gefahren verklären und ignorieren.

Natürlich sind soziale Netzwerke nicht per se Teufelszeug. Der vernünftige Umgang damit will jedoch gekonnt sein. Medienkompetenz ist hier das Schlagwort und ich kann vor allem Eltern empfehlen sich einen Vortrag von Uwe Buermann, Experte in dieser Thematik anzuhören. Nähere Infos unter

Unser Ziel muss sein, das Internet zu nutzen und nicht von ihm beherrscht zu werden. Durch den unkritischen Umgang haben wir heute volkswirtschaftlich bedeutende Probleme geschaffen. Medizinisch anerkannt süchtige Menschen, deren Leben sich zu einem großen Teil im Internet abspielt, belasten unser Gesundheitswesen immer mehr. Erschreckend vor allem hinsichtlich unserer Jugend. Wer sie heute aufmerksam beobachtet, erlebt einen großen Teil unserer Kinder und jungen Erwachsenen als sozial inkompetent. Kommunikation findet über Whatsapp und Facebook statt. Selbst telefonieren ist zu anstrengend.

Als Vater eines 14-jährigen Sohnes erlebe ich seit einiger Zeit auch die Schattenseiten von sozialen Netzwerken. Wenn man gemeinsam den Informationsgehalt der “Kommunikation” unter den in der Regel zahllosen Facebook-Freunden überprüft, findet man erschreckend viele Beiträge zu Gewalt, Sex, Spott und Bloßstellung. Dies selbst zu steuern bzw. zu unterbinden gelingt nur bedingt. Mobbingopfer sind heute auch in unserer Stadt keine Randerscheinung mehr, einen konkreten Fall kennt jeder von uns aus seinem Umfeld.

Wir haben in Bietigheim-Bissingen eine Vielzahl von echten sozialen Netzwerken mit echten Menschen und echter Konversation. Vereine aller Art, denen die jungen Mitglieder und ehrenamtliche Helfer wegbleiben.
Auch sind 2014 Gemeinderatswahlen. Alle Parteien suchen interessierte Menschen um zu reden, konstruktiv zu streiten und so unser Bietigheim-Bissingen  noch besser zu machen. Auch ein soziales Netzwerk, herzlich willkommen.

Attila Tür/GAL