Was passiert im Gemeinderat?
Die GAL macht sich stark für viele Themen. Innenstadtbelebung, Kinderbetreuung, Buslinienverkehr, Umwelt, Lärmverminderung, Radwegenetz rund um Bietigheim-Bissingen, Spielplätze, Landschaftspflege...
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Gewerbegebiete

Attila Tür
Rede zur geplanten Erweiterung der Gewerbegebiete.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

die GAL stimmt der Stellungnahme der Stadtverwaltung nicht zu. Vielmehr sehen wir darin eine Sackgasse. Andere Kommunen prüfen und lehnen ab, wir sagen unkritisch ja.

Jüngste Befragungen in der Region haben ergeben, dass Natur und Umwelt, Lebensraum und Lebensqualität sehr hohe Priorität bei unseren Mitbürger genießen.

Die aktuellen Entwicklungen in und um Bietigheim-Bissingen decken sich nicht mit diesen Erwartungen.

Die Zusammenhänge von Gewerbeansiedlungen, Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen und Wohlstand sind bekannt. Gewerbe/Industrie entwickelt sich permanent. Wachstum alleine ist aber nicht die Lösung. Auch hier gilt für uns Qualität vor Quantität.

Stellvertretend für die Verwaltungsspitzen in den betroffenen Nachbar-Kommunen, vor allem aber als OB unserer Stadt fordern wir Sie Herr Oberbürgermeister direkt auf: Hören Sie auf mit dieser Blut und Tränen-Argumentation. Hören Sie auf mit den Ängsten unserer Mitbürger zu spielen.

Bietigheim-Bissingen geht nicht unter, wenn wir nicht jede Gewerbeansiedlung auf unserer Gemarkung bzw. in unmittelbarer Nachbarschaft zulassen.

Gewerbesteuerrückgang, Arbeitsplatzverlust, Wohlstandsverlust sind Drohungen mit denen wir jede Diskussion und jeden anderen Lösungsansatz im Keim ersticken.

Dass sich Gewerbeansiedlungen in der Vita des jeweiligen Bürgermeisters gut lesen, mag sein. Ist es aber auch gut für die Bürger?

Bietigheim-Bissingen in seinem jetzigen Zustand ist eine Art eierlegende Wollmilchsau. Wir bieten unseren Bürgern Arbeit, Wohn- und Lebensraum, Natur, Sport und Kultur. Bisher in ausgewogenem Maß.

Reiz, Charme, Attraktivität und Erfolg unserer Stadt ist, dass wir eben nicht Stuttgart sind.

Mit einem Gewerbegebiet beginnend am Bissinger Friedhof – dieser Teil ist bereits entsprechend ausgewiesen, den aktuellen Plänen für den Standort südlich Bissingen und dem in Tamm auch auf Druck aus unserem Rathaus vorangetriebenen Gewerbegebiet Asperger Sträßle muten wir unseren Mitbürgern einen durchgängigen Gewerbegürtel vom Ortsrand Bissingen bis an den Ortsrand Tamm zu.

Wollen wir das wirklich? Wollen unsere Bürger das?

Geplante Gewerbegebiete

Ich empfehle jedem Interessierten einen Blick mittels Google Earth. Die Vorstellung ist ernüchternd. Bei dieser Gelegenheit ist auch ein Blick auf die Erweitungespläne im Zweckverband Eichwald und Zweckverband Bietigheimer Weg hilfreich bzw. ebenfalls ernüchternd.

Eine Ansiedlung von Unternehmen erscheint uns bei den attraktiven Rahmenbedingungen nicht die wahre Herausforderung zu sein, Herr Oberbürgermeister. Wir wünschen uns von Ihnen den Fokus ganz stark auf Qualität zu legen. Also hochwertige neue Arbeitsplätze für eine hochwertige Gemeinde.

Fazit: Die GAL geht den eingeschlagenen Weg nicht mit!. Wir wollen von der Verwaltung die Ansiedlung attraktiver Arbeitsplätze bei äußerst vorsichtigem Flächenverbrauch sehen.

Heißt also Optimierung Flächen, Optimierung Branchen, Optimierung Arbeitsplätze.

Die GAL stimmt der Vorlage nicht zu.

Attila Tür/GAL/13.5.2014