Was passiert im Gemeinderat?
Die GAL macht sich stark für viele Themen. Innenstadtbelebung, Kinderbetreuung, Buslinienverkehr, Umwelt, Lärmverminderung, Radwegenetz rund um Bietigheim-Bissingen, Spielplätze, Landschaftspflege...
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Begrenzte Horizonte

Albrecht Kurz

Begrenzte Horizonte

Preisfrage: Wo gibt es um Bietigheim-Bissingen noch eine Stelle, wo man ungestört von Bebauung seine Blicke schweifen lassen kann?

Langes Schweigen!? Es gibt sie noch, aber es sind wenige und es werden immer weniger.
Denn: Die Planungen für neue Gewerbegebiet rund um Bietigheim-Bissingen treten in die entscheidende Phasen: Im Westen soll die Süderweiterung des Gewerbegebiet Eichwald noch vor der Sommerpause beschlossen werden, die Firma Breuninger will hier hier Warendienstleistungszentrum errichten.
Im Osten vor Ingersheim und im Süden bei Tamm wird die Regionalversammlung demnächst über die Ausweisung als Gewerbeflächen entscheiden. Danach liegt es an den Gemeinderäten, ob hier gebaut werden kann.
Bei allen drei Gebieten wird der Bietigheim-Bissinger Gemeinderat mitentscheiden, da entweder die Fläche auf der Markung liegt oder man über Zweckverbände beteiligt ist.
Nach aktuellen Zahlen gehen derzeit  in Deutschland täglich 74 Hektar pro Tag Fläche verloren. Dem von der Bundesregierung gesetzten Ziel, diesen Flächenverbrauch bis 2020 auf nicht mehr als 30 Hektar pro Tag zu reduzieren, sind wir weit entfernt.  Und wir in der dicht besiedelten Region Stuttgart machen dabei kräftig mit.
Obwohl den hier lebenden Menschen eine intakte Umgebung sehr wichtig ist: Bei einer Umfrage der Region Stuttgart, was in der Region Stuttgart besonders gut gefällt, erreicht der Bereich Natur und Landschaft mit Abstand den ersten Platz mit 39 Prozent der Nennungen. In der Beurteilung der wichtigsten Lebensbereiche lässt sich neben den Einkaufsmöglichkeiten (94 Prozent) bei der Erholung in der Natur (94 Prozent) eine hohe Zufriedenheit ablesen.
Neue Gewerbeansiedlungen bedeutet aber auch, dass man auch wieder Flächen für Wohngebiete benötigt wird. Die Klagen über fehlenden bezahlbaren Wohnraum sind jetzt schon laut zu vernehmen. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze, für die wieder ein Zuzug von Arbeitskräften notwendig ist, verschärfen wir das Problem.
Und die Flächen für Wohnbebauung haben wir noch im Ellental und westlich Metterzimmern vorgesehen sowie die Fläche zwischen B27 und Gartenstraße im Buch. Für weitere Bedürfnisse müssen wir wieder in die Naherholungsräume eingreifen und dabei auch wertvollen Ackerboden verwenden.
Bleibt noch der Verkehr. Das überlasse ich für heute aber Ihrer Phantasie, wie durch mehr Gewerbe und Wohnbebauung die Verkehrssituation verbessert wird…
(21. Mai 2015)