Was passiert im Gemeinderat?
Die GAL macht sich stark für viele Themen. Innenstadtbelebung, Kinderbetreuung, Buslinienverkehr, Umwelt, Lärmverminderung, Radwegenetz rund um Bietigheim-Bissingen, Spielplätze, Landschaftspflege...
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Bietigheim wird Stadt

Axel Armbruster

Bietigheim wird Stadt

Moment mal, ist das nicht schon seit 1364 der Fall? – das Jubiläum wurde ja letztes Jahr gebührend gefeiert.

Aber Hand aufs Herz: Erst in der jüngeren Geschichte der Stadt veränderte sich Bietigheim von einem beschaulichen Weinort zu einem Gebilde, das man Stadt nennen kann. Und ich habe das Gefühl, in letzter Zeit geht das immer schneller.

Wie am Stuttgarter Pragsattel grüßt schon seit einiger Zeit ein Videoboard am Bahnhof die Autofahrer das nachts bis zum Stromberg hin von den städtischen Attributen Bietigheims kündet. Demnächst wird ein neues, notwendiges und großes Parkhaus sich nicht mehr im Untergeschoss des Krankenhauses verstecken können. Ob es zur Bereicherung des Stadtbildes beitragen wird, darf noch, vorsichtig gesagt, abgewartet werden. Als Folge davon dürfen sich die Anwohner nun mit dem erforderlichen Anwohnerparken anfreunden, dies kannte man bisher eher aus den Stuttgarter Innenstadtbezirken. Immerhin verspricht die Verwaltung das dies zu moderaten Preisen geschehen wird, Gebühren bis zu 400 Euro werden weiterhin glücklicherweise der Landeshauptstadt vorbehalten sein.
Aber da es ja den Mensch immer mehr in die Städte zieht, heißt es zusammenrücken, das tägliche Verkehrsgewühl wird immer größer, an allen Ecken und Enden wird gebaut und nachverdichtet, was zugegeben auch mir nicht immer gefällt. Der Grat zwischen einer möglichst optimalen Ausnutzung des Platzes und liebgewordenen Freizonen wird zusehends schmaler, es ist für die Gemeinderäte nicht leicht eine gute Lösung für alle zu finden. Dies wird auch in Zukunft für viele Diskussionen sorgen.

Die sind auch notwendig um die Bürger an der Stadtentwicklung zu beteiligen. Dennoch kann ich viel Erfreuliches in der Stadt entdecken, neue Bars, Restaurants und Cafés ersparen nicht nur der Jugend manche Fahrt ins nahe Stuttgart, hoffentlich geht diese Entwicklung noch weiter. Inzwischen machen auch Stars wie „Die Ärzte“ und Avicii in der Stadt halt, auf neue Gäste bin ich schon gespannt. Sehr bald wird kostenloses WLAN in der Stadt, auch auf Initiative der GAL, verfügbar sein. Es muss halt nicht immer ein neues Großprojekt sein, manchmal sind es auch Kleinigkeiten die städtisches Lebensgefühl vermitteln können. Zwar ist die Enz nicht die Spree, aber wie wäre es wenn man sich wie in Berlin auf Liegestühlen am Flussufer niederlassen könnte? Oder gibt es nicht in Stuttgart so praktische Griffe an den Ampeln an denen sich der Radfahrer festhalten kann?

Die Bissinger mögen mir nachsehen dass ich sie in dieser Kolumne vernachlässigt habe. Aber dafür hat Bissingen ein Weindorf das sich an Atmosphäre absolut mit dem in der Landeshauptstadt messen kann – mindestens!

(19. Februar 2015)