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Gartenkunst oder Schotterpiste

Garten

Gartenkunst oder Schotterpiste

Ein heißer Sommer ist zu Ende gegangen. Das wunderbare Wetter ließ den Balkon oder Garten, sofern man einen hat, zum zweiten Wohnzimmer werden. Viele Gartenveranstaltungen landauf landab luden zum Besuch ein und zeigten vielfältige Anregungen für die eigene Gartengestaltung.

Das fängt an bei der Bundesgartenschau in der Havelregion rund um Potsdam und Brandenburg, geht über die thüringische Landesgartenschau in Schmalkalden und die kleine Landesgartenschau in Mühlacker bis hin zu unserem heimischen Bürgergarten. Überall wurden schön gestaltete Gartenimpressionen mit farblich sehr gut abgestimmten Blumenrabatten gezeigt. Neben einer ökologischen Ausrichtung wie dem Biosphärengebiet in der Havelregion oder der Renaturierung der Enz in Mühlacker stand auch die kulturelle und architektonische Gestaltung jeweils im Mittelpunkt. Gärten haben heute neben dem Erholungs- und Freizeitwert aber noch immer eine andere wichtige Funktion: Sie dienen den Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten als Nahrungsgrundlage. Seit etwa zwei Jahren ist allerdings zu beobachten, dass immer mehr Gärten sich in Steinbrüche verwandeln. Es entstehen Steinwüsten aus groben Schottersteinen, mittendrin eine einsame Rose oder ein Buchsbaum, der vom Buchsbaumzünsler bisher verschont wurde, weil diesem der Weg dorthin zu steinig ist. Natürlich braucht ein Garten für seinen Fortbestand Pflege und Aufsicht, und das ganz regelmäßig, den Jahreszeiten entsprechend mehr oder weniger zeitaufwändig. Bei einer Schotteranlage entfällt dies, sie ist gebrauchsfreundlich und bequem. Welche Botschaft hat aber solch eine Schotterpiste? Sie ist unbelebt, grau, kantig, praktisch, sauber, eintönig, geruchlos, ewig haltbar und möglicherweise sogar wasserundurchlässig. Ganz zu schweigen, wie sich dadurch das von der Bodenbeschaffenheit abhängige Kleinklima in diesem abgegrenzten Bereich verändert. Mit Gartengestaltung jedenfalls hat das nichts mehr zu tun. Um der weiteren Verbreitung dieser Schotterflächen vorzubeugen, hat der Gemeinderat auf Anregung der GAL-Fraktion im Bebauungsplan Carionstraße erstmalig ein Pflanzgebot als planungsrechtliche Festsetzung erlassen: „die unbebauten Flächen der bebauten Grundstücke sind als Rasenflächen mit Büschen und Sträuchern gärtnerisch zu gestalten“.