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Grenzen des Wachstums?

Axel Armbruster

Grenzen des Wachstums?

Im Ratssaal des Bissinger Rathauses hängt ein großes Luftbild das Bietigheim und Bissingen in den 1960´er Jahren zeigt. Ein Bild das beim Betrachten nachdenklich macht:

Damals waren große Teile im Osten und Süden der Stadt noch reine landwirtschaftliche Flächen, der Wald
im Laiern noch vorhanden. 50 Jahre sind in der Geschichte der Stadt nur ein kurze Zeitspanne, aber wir alle wissen wie sehr sich das Bild der Stadt seitdem gewandelt hat.
Vor allem im Osten der Stadt haben Wohn – und Gewerbeflächen längst die Markungsgrenzen erreicht, Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nur noch im Süden und Nordwesten der Stadt. Gewerbeflächen gelten noch immer als Garant für Wohlstand und soziale Sicherheit, ebenso wie genügend vorhandener Wohnraum. Nachvollziehbar daher die Idee erstmal weiter zu expandieren – bis es eben nicht mehr geht. Auf der anderen Seite sind die Folgen des Wachstums ebenso unübersehbar: Keine Bürgerversammlung in der nicht das Thema Verkehr an oberster Stelle steht, nicht nur durch Schwerlaster sondern auch durch private Pkw. Stetig wird mehr Geld notwendig um Kindergärten, Straßen und Bildungsstätten der rasch gewachsenen Stadt in Schuss zu halten. Da beunruhigt der Gedanke, dass die Einnahmen aus Gewerbegebieten womöglich langfristig nicht reichen könnten, um den Unterhalt der Stadt zu sichern. Beunruhigend auch deshalb, weil im Wachstumstempo der letzten Jahrzehnte, die bebaubaren Flächen der Stadt weitgehend aufgebraucht sein werden.
Sichert dies dann wirklich nachhaltig unseren Wohlstand, oder muss, angesichts schrumpfender Freiflächen, jetzt schon eine Diskussion über die Grenzen des Wachstums geführt werden?
Es ist nicht grade neu, dass sich Die Grünen schon seit Jahren für einen schonenderen Flächenverbrauch einsetzen. Bemerkenswert ist es aber, dass in jüngster Zeit auch bei den so genannten bürgerlichen Parteien sich kritische Stimmen mehren. Dies kam in der ablehnenden Haltung des Gemeinderates gegenüber einem stark erweiterten Gewerbegebiet Laiern dann auch klar zum Ausdruck. Wie also den Wohlstand der Stadt sichern, wenn der Steinbruch „Fläche“ für immer geschlossen wird? Droht der Stadt dann der Abstieg? Das glaube ich nicht, schließlich bietet die Stadt eine hohe Lebensqualität – gerade auch wegen der vorhandenen Grünflächen.
Auf jeden Fall zwingt der immer knappere Platz uns mit diesen Fragen auseinanderzusetzen
- im Interesse unserer Lebensqualität, am Besten nicht irgendwann, sondern heute.

Axel Armbruster